Ich sag’s, wie’s ist: Ich war komplett überfordert.
Nicht (nur) vom Leben mit Kindern an sich, sondern von dieser Dauerbeschallung rund um „frühkindliche Förderung“. Irgendwo zwischen „Kind muss bis drei Mandarin sprechen“ und „Förderung durch Selbstentfaltung im Wald bei Vollmond“ bin ich regelmäßig ins Schleudern geraten.
Ich wollte es ja richtig machen. Und meinem Kind alles bieten was seinen Interessen entsprich und es fördern. Aber statt achtsamem Spiel waren da: bunte Plastikberge, blinkendes Geblinke und laute Lieder mit Ohrwurm-Garantie. Mein Wohnzimmer sah aus wie ein Jahrmarkt für Paw-Patrol-Fans. Ich? Ich wurde zur Dauer-Entertainerin. Und ehrlich gesagt: Ich war durch. Reizüberflutung auch auf meiner Seite.
Und dann – irgendwann zwischen der vierten Duplo-Dusche und dem hundertsten „Mamaaaa, mir ist langweilig!“ – bin ich auf das Prinzip Montessori zu Hause gestoßen. Und plötzlich wurde einiges leichter. Und stiller. Also… nicht völlig still. Ich hab ja Kinder. Aber stiller im Kopfchaos.
Montessori? Ich dachte, das macht uns pleite…
Ganz ehrlich: Mein erster Gedanke war – das können wir uns nicht leisten. Ich hatte diese Instagram-Zimmer im Kopf: alles in Holz, alles beige, alles perfekt kuratiert. Dazu noch pädagogisch wertvoll, nachhaltig und natürlich wunderschön.
Und mein Wohnzimmer? War ein bunter Sammelsurium-Mix aus „war mal ein Geschenk“, „lag noch im Keller“ und „joa, ist halt nicht kaputt“.
Ich dachte, Montessori-Spielzeug funktioniert nur, wenn das Kinderzimmer wie ein Designkatalog aussieht – und man im Möbelhaus das Montessori-Regal samt handgeschnitztem Lernturm gleich mitkauft.
Aber zum Glück: Alles Quatsch.
Was Montessori wirklich ausmacht, ist nicht die Optik, sondern die Haltung. Und die darf ganz unterschiedlich aussehen. Es geht nicht darum, das perfekte Setting zu schaffen, sondern darum, achtsames Spielen zu ermöglichen – und Kindern Raum für eigene Entdeckungen zu geben.
Es geht nicht um Perfektion – sondern um Klarheit
Ich hab verstanden: Montessori zu Hause heißt nicht, dass man das ganze Leben umkrempeln muss. Man muss sich keine teuren Möbel leisten, keine kompletten Spielzeug-Kollektionen austauschen. Plastikspielzeug ist nicht euer Feind (außerdem lässt es sich wunderbar abwaschen)
Es geht vielmehr darum, was passiert, wenn Kinder sich auf eine Sache konzentrieren dürfen. Wenn sie etwas mit den Händen begreifen, sortieren, entdecken. Wenn sie selbstständig ausprobieren dürfen – in ihrem Tempo, auf ihre Art.
Und wenn das passiert, dann… passiert etwas bei uns Eltern.
Es wird ruhiger. Nicht still (denn: Kinder), aber ruhiger im Kopf. Und manchmal auch im Haushalt. Und das ist unbezahlbar.
Reduktion hilft – auch mir als Mama
Eines der schönsten Aha-Erlebnisse war: Wenn weniger Spielzeug zur Verfügung steht – aber gut gewähltes, dann wird mehr gespielt. Intensiver. Achtsamer. Selbstständiger.
Und: Ich muss nicht mehr ständig das Programm liefern.
Ein Kind, das konzentriert mit einem guten Lernspielzeug beschäftigt ist, braucht keinen Dauerbespaßer. Und ich? Ich kann in Ruhe die Spülmaschine ausräumen. Oder Kaffee trinken. Oder atmen.
Und es passiert noch etwas Wunderbares: Die Ordnung kommt zurück.
Je weniger Kram herumliegt, desto weniger gibt’s zum Aufräumen. Kein wildes Spielzeugmeer mehr, das nur nervt. Das Aufräumen geht schneller, der Staub bleibt länger dort, wo er hingehört – und ich hab endlich aufgehört, beim Durchs-Wohnzimmer-Laufen versehentlich die Staubmäuse aufzuscheuchen. Herrlich.
Unsere Montessori-Lieblinge für entspannte Nachmittage
Ich hab über die letzten Jahre wirklich viele Ideen ausprobiert – gebastelt, getestet, verworfen. Es war ein ziemliches kreatives Chaos. Aber im Shop landet nur das, was sich in unserem Alltag wirklich bewährt hat. Also keine schönen Lernspielzeuge, die nur in der Theorie Sinn machen sondern echtes Montessori-Material, das Kindern Freude macht – und Eltern nicht nervt.
Alle hier gezeigten Produkte habe ich selbst entworfen – mit ganz viel Herz, pädagogischem Know-how und dem ständigen Praxistest durch meine eigenen Kinder. Sie sind handgemacht, liebevoll zusammengestellt und entstanden aus dem Wunsch, nicht einfach irgendwas zu verkaufen, sondern Alltagshelfer mit echtem Mehrwert zu schaffen.
Hier also unsere Favoriten – für euch getestet, für gut befunden:
🚧 Sensorische Entdeckerdosen „Auf der Baustelle“
Eins der ersten Dinge, die meine Tochter wirklich lange am Stück genutzt hat. Schütten, löffeln, rieseln lassen – das alles beruhigt sie total. Ich nenn’s das „Zen-Gefäß“. Für mich bedeutet es: keine Unruhe, kein Krach – nur Konzentration. Achtsames Spielen zum Anfassen.

🟤 Montessori Zuordnungsspiel mit Holzstäbchen und Motivkarten
So simpel – so gut! Kinder lieben es, Dinge zu ordnen. Dieses Montessori-Spielzeug fordert genau das heraus und macht sie dabei ganz still und stolz. Für mich ein absoluter Geheimtipp für verregnete Nachmittage, in denen ich nicht alle fünf Minuten gefragt werde, was wir jetzt spielen.

🐾 Tierfamilien Memory-Spiel
Ein liebevoll gestaltetes Montessori-Material, das das logische Denken fördert – und dabei so süß aussieht. Ideal auch für Geschwisterkinder, weil sie sich gegenseitig Tierfamilien beibringen können.

🟡 Montessori Sensory Play mit Schüttwerkzeugen
Ruckzuck einsatzbereit: Einfach eine große Wanne oder Blumenschale nehmen, reinschütten, fertig ist dein Sensory Play rund um die Jahreszeiten.
Perfekt für ruhige Morgen – während dein Kleinkind begeistert schüttet, löffelt und sortiert, kannst du endlich in Ruhe deinen Kaffee trinken.
Ein wunderbarer Einstieg in die Welt der sensorischen Spiele und Aktionstabletts – ohne Vorbereitung, aber mit maximalem Spielspaß!
Noch ein Gedanke zum Thema Förderung
Der Wunsch, mein Kind zu fördern, kam bei mir auch nicht aus dem Drang, alles besser machen zu wollen – sondern schlicht aus der Realität. Unsere Kita konnte nicht alles abdecken. Besonders mein großer Sohn hatte durch Corona lange Zeit nur mich als Bezugsperson, ohne andere Betreuung oder Anregung. Kein Kindergartenalltag, keine Spielgruppen, keine Spielplätze – nur Zuhause.
Und ich wollte ihm etwas geben, das ihn stärkt, neugierig macht und ihm das Gefühl gibt: Ich kann das selbst. Dafür war Montessori-Material ein echter Schatz – und ich bin dankbar, dass ich durch diese Erfahrung nicht nur für meine Kinder, sondern auch für andere Familien passende Materialien entwickeln durfte.
Noch ein Tipp: Viele Materialien gibt’s auch als DIY-PDF
Ich weiß, dass das Budget oft eine Rolle spielt – gerade bei Familien. Deshalb biete ich viele meiner Materialien auch als digitale Downloads zum Selbstausdrucken an. So kannst du sie mit einfachen Mitteln umsetzen, ganz ohne extra Möbel oder teure Komplettsets.
Montessori zu Hause darf individuell sein – so, wie es zu euch passt.
Fazit: Weniger Reize – mehr Ruhe. Für euch alle.
Ich hätte nie gedacht, dass ein paar einfache Montessori-Materialien so viel verändern können. Aber sie tun es. Nicht nur für meine Kinder. Sondern für mich. Sie holen uns raus aus dem Dauertrubel. Rein in Momente von Fokus, Entspannung und… ja, auch Freude.
Und das Beste: Ich muss dafür nichts neu erfinden. Nur zulassen, was Montessori seit über 100 Jahren sagt: Kinder können. Und Eltern dürfen auch mal loslassen.
Wenn du neugierig bist, was bei euch funktionieren könnte, schau dich gern in meinem Shop um – oder stöbere durch meine PDFs zum Selbermachen.
👉 Und wenn du magst: Schreib mir gern, was bei euch im Alltag für kleine Ruheinseln sorgt. Ich freu mich auf den Austausch!